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"Beleuchtungs"- EU-Richtlinie drückt auf's Tempo bis 2015

Für eine Modernisierung der Straßenbeleuchtung sprechen nicht nur wirtschaftliche Gründe. Viele Laternen haben bei einem Durchschnittsalter von 21 Jahren auch das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht. Zudem schafft die Ökodesign-Richtlinie der EU vielerorts Handlungsdruck: Ab 2015 dürfen viele ineffiziente Leuchtmittel nicht mehr hergestellt werden. Betroffen sind unter anderem die Quecksilberdampf-Hochdruckleuchten, von denen in den Kommunen noch einige Millionen Exemplare im Einsatz sind.

Energieeffizienz und Kostensenkung durch moderne LED-Beleuchtung

In Deutschland werden jedes Jahr drei bis vier Milliarden Kilowattstunden Strom für die öffentliche Beleuchtung verbraucht. Mit einer intelligenten Lichtplanung und LED-Beleuchtungstechnik kann der Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Durch die höhere Lebensdauer der LED-Lampen verringern sich auch die Kosten für die Wartung der Straßenbeleuchtung. Dadurch werden die angespannten Haushalte der Städte und Gemeinden von einem großen Teil der Kosten für die Straßenbeleuchtung befreit. 

Punktbeleuchtung statt Streubeleuchtung - Nächtlicher Lichtsmog adé!

Die meisten der heute gebräuchlichen Straßenbeleuchtung streuen ihr Licht zu sehr. Es werden nicht nur die Straßen, Wege, Plätze und Brücken ausgeleuchtet. Der Nachthimmel, Naturräume, Schlafzimmerfenster und benachbarte Naturräume werden mit Licht "verschmutzt". Vielfach wird auch von „Lichtsmog“ gesprochen. Diese Lichtstreuung ist eine völlig unnötige Verschwendung. Solche Lichtquellen werden auch zur tödlichen Falle für nachtaktive fliegende Tiere. Der Nachthimmel ist in Städten meistens nicht mehr zu sehen.

Bad Hersfeld- Schritt 1: vom Marktplatz über die Hauptverkehrsstraßen in die Neben- und Anliegerstraßen

So ist grob die Strategie der Kreisstadt Bad Hersfeld. Begonnen wurde 2011 mit dem Marktplatz. In vielen Bereichen der Hauptverkehrsstraßen, bspw. Homberger Straße wurde 2012 die alte ineeffiziente Beleuchtung durch moderne LED-Beleuchtung ersetzt. Mittlerweile werden die im Volksmund berühmten "Chinesenhüte"  oder "Pilzköpfe" in den Nebenstraßen ausgetauscht.

Straßenbeleuchtung LED Homberger Straße      Straßenbeleuchtung LED Homberger Straße      Straßenbeleuchtung LED Homberger Straße

Bad Hersfeld strahlt in neuem Licht - Newsletter der Kreisstadt vom 08.04.2015

Der Stadt geht ein Licht auf. Eins? Nein, sagenhafte 5.300! So viele Straßenlaternen in Bad Hersfeld und den Stadtteilen werden im Laufe der kommenden Dekade umgerüstet oder sogar ganz ausgetauscht. Am Ende wird Bad Hersfeld ausschließlich von modernen und effizienten LED-Lampen mit einem angenehm warmen Licht beleuchtet.
Für die Stadt bedeutet das enorme Vorteile. Derzeit werden für die Straßenbeleuchtung ca. 1,95 Millionen Kilowattstunden pro Jahr benötigt. Dabei leuchten nicht alle Laternen während der ganzen Nacht. Diejenigen, die mit einem rot-weißen Streifen gekennzeichnet sind, werden gegen 22.30 Uhr ausgeschaltet, um Energie zu sparen.

Nach der Umrüstung auf die moderne LED-Technik wird Bad Hersfeld bis zu 60 Prozent Strom im Vergleich zu konventioneller Lichttechnik einsparen. Zudem werden dann ausnahmslos alle Straßenlaternen während der ganzen Nacht leuchten, ab einer bestimmten Uhrzeit mit reduzierter Leistung. So wird der Stromverbrauch weiter reduziert. Wie viel Strom die Stadt einspart, lässt sich durch die Anbindung der Lampen an das Energiemonitoring (EMC) unmittelbar ablesen. 27 Verbrauchsstellen, auf die große Teile der Straßenbeleuchtung aufgeschaltet sind, sind bereits an das System angeschlossen.

Weiterer Vorteil der modernen Beleuchtung: Deutlich geringe Lagerhaltungs- und Unterhaltskosten, weil die LED-Lampen dreimal so lange halten wie die herkömmlichen quecksilberhaltigen Leuchten, die nach einer Verordnung der EU ab 2015 nicht mehr gehandelt werden dürfen. Strategisch geschickt hat sich Bad Hersfeld für die Zeit der Umrüstung ein Lager angelegt, um die existierenden Lampen bis zur vollständigen Umrüstung betreiben zu können. Zudem kann ein Teil der abgebauten Altbeleuchtung bis zum Ende des Projekts als Ersatz für defekte Leuchten eingelagert werden.

Durch kluge Verträge mit den beiden Lieferanten der neuen Lichttechnik sichert sich die Stadt zudem gegen vorzeitige Ausfälle ab. Die Gewährleistung für jede der neuen Lampen beträgt 50.000 Stunden – das sind, auf die durchschnittliche Leuchtzeit bezogen, bis zu zwölf Jahre. Fällt eine Einheit vor Ablauf der Garantie aus, wird sie auf Kosten des Lieferanten ersetzt. Auch hier zeigt das EMC seine Leistungsfähigkeit: Defekte oder Störungen erkennt das System sofort und meldet sie umgehend.

Verantwortlich für die Austausch-Aktion sin der technische Angestellte Frank Stutz (re.) und Fachbereichsleiter Martin Bode, die ihre Büros im Technischen Rathaus in der Landecker Straße haben.
„Rund ein bis eineinhalb Stunden dauert es durchschnittlich, bis eine Lampe ausgewechselt ist. Wir tauschen abschnittsweise aus. Als erste flächendeckenden Einheit wird der gesamte Johannesberg mit den neuen Leuchten ausgestattet“, erklären Stutz und Bode. Bis Ende 2016/Anfang 2017 wird der gesamte Johannesberg vollständig mit LED-Leuchten ausgestattet sein.
Die Umrüstungsaktion erfolgt in enger Abstimmung mit Guido Spohr, dem städtischen Klimaschutzbeauftragten. Bewährte Kooperationspartner sind die erfahrenen Mitarbeiter der Stadtwerke, die für die Stadt den Leuchtenbestand erfassen, warten und modernisieren, und die Bad Hersfelder Firma Elektro Hess. Mit beiden Partnern haben die Mitarbeiter des Fachbereiches beste Erfahrungen gesammelt.

Dabei wird der bekannte Ruthmann-Steiger der Stadtwerke eines der wichtigsten Werkzeuge überhaupt sein, denn die Lampen befinden sich, je nach Breite der Straße, in Höhen zwischen fünf Meter in Wohnstraßen und 14 Metern an den größten Durchfahrtsstraßen des Stadtgebiets. Frank Stutz erklärt: „Je breiter die Straße ist, desto höher muss die Lampe angebracht sein, damit sie mit ihrem Abstrahlwinkel die gesamte Straßenbreite erfasst. Und je höher sie angebracht ist, desto mehr Leuchtleistung wird auch benötigt.“
Für das Projekt sind die beiden Techniker Feuer und Flamme - 400 Leuchten wurden bisher ersetzt. Von dem Effekt kann man sich ein eindrucksvolles Bild machen. In der Homberger Straße stehen  bereits die neuen LED-Leuchten. „Trotz der dortigen großen Baustelle haben wir für die angenehme Beleuchtung schon viel Lob von Bürgern erhalten“, sagt Martin Bode.

Für das Projekt sind die beiden Techniker Feuer und Flamme - 400 Leuchten wurden bisher ersetzt. Von dem Effekt kann man sich ein eindrucksvolles Bild machen. In der Homberger Straße stehen beispielsweise  bereits die neuen LED-Leuchten. „Für die wirkungsvolle Beleuchtung ohne sogenannte „Lichtlöcher“ haben wir viel Lob von Bürgern erhalten“, sagt Martin Bode

Bürgermeister Thomas Fehling ist sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projektes: „Eines meiner großen Ziele ist die Reduzierung des CO2-Ausstoßes. An der Umrüstung der Straßenbeleuchtung arbeiten wir seit drei Jahren mit Hochdruck. Der Gewerbesteuereinbruch im vergangen Jahr hat uns ein wenig gebremst, aber die Stadt treibt das Projekt trotzdem voran. Wie man im privaten Bereich im Zuge von Renovierungen Energie und CO2 einsparen kann, darüber informieren wir seit 2012 im E-Punkt. Dort fließen auch unsere eigenen Erfahrungen ein.“ 
Um den städtischen Haushalt zu entlasten, untersuchen Guido Spohr und Martin Bode Möglichkeiten, zinsgünstige Kredite bei der KfW für den Umbau der Beleuchtung zu erhalten. Besonders freut sich der Bürgermeister über die schon erwähnte gute Zusammenarbeit mit den Stadtwerken: „Das funktioniert hervorragend. Die Stadtwerke werden den Umstellungsservice auf LED auch für andere Gemeinden anbieten können.“

Mehr Informationen zu dem Thema wird es in Kürze im Rahmen einer Ausstellung geben, die gerade von Reinhold Schott vorbereitet wird. Der Anlass: Das 200-jährige Jubiläum der Bad Hersfelder Straßenbeleuchtung. Was aber hat nun der eingangs erwähnte Dichterfürst Goethe eigentlich mit diesem Thema zu tun? Ganz einfach: Als er am 22. März 1832 in Weimar starb, waren seine letzten Worte: „Mehr Licht!“

Schritt 2: In die Fläche - Projekt Johannesberg

Hersfelder Zeitung vom 4. Mai 2015

Mehr Licht, weniger Strom

In Bad Hersfeld werden die Laternen schrittweise auf LED-Technik umgerüstet

Über den Dächern des Johannesbergs: Elektriker Winfried Lehn montiert im Arbeitskorb des Hubsteigers eine neue LED-Leuchte auf den Zehn Meter hohen Laternenmast. Unser Bild entstand an der Kreuzung von Kiefernallee, Lindenweg und Schwarzdornweg. Foto: Eisenberg
Über den Dächern des Johannesbergs: Elektriker Winfried Lehn montiert im Arbeitskorb des Hubsteigers eine neue LED-Leuchte auf den Zehn Meter hohen Laternenmast. Unser Bild entstand an der Kreuzung von Kiefernallee, Lindenweg und Schwarzdornweg. Foto: Eisenberg

Winfried Lehns Arbeitsplatz liegt derzeit zehn Meter über dem Stadtteil Johannesberg. Mit der Ratsche löst der Elektriker von den Bad Hersfelder Stadtwerken die Verschraubung und nimmt das bemooste Laternengehäuse von der Spitze des Mastes ab.

Bevor er den deutlich flacheren LED-Balken aufsetzt, entwirrt er dessen Kabel und lässt es im Inneren des Mastes hinuntergleiten. Das Anschließen an die Stromversorgung übernimmt ein Kollege am Boden. Der prüft mit geübtem Blick aus einigen Metern Abstand auch, ob die LED-Lampe im rechten Winkel ausgerichtet ist.

So wie derzeit im Stadtteil Johannesberg, sollen in den kommenden Jahren alle 5300 Straßenlaternen in Bad Hersfeld und den Stadtteilen auf die energiesparende LED-Technik umgerüstet werden. Ausgetauscht wird abschnittsweise, der Johannesberg ist nach Mitteilung der Stadt die erste flächendeckende Einheit. Dort sind zuerst die zehn Meter hohen Masten an den Durchfahrtsstraßen an der Reihe.

Bis Ende 2016

Anschließend sollen auch die Leuchten in fünf Metern Höhe getauscht werden. Bis Ende 2016 oder Anfang 2017 wird der gesamte Johannesberg vollständig mit LED-Leuchten ausgestattet sein, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Viele Vorteile

Mehr als 400 Leuchten sind bisher schon ersetzt worden. An der Homberger Straße ist die neue Technik beispielsweise schon im Einsatz. Von der Umrüstaktion verspricht sich die Kreisstadt zahlreiche Vorteile. Derzeit werden für die Straßenbeleuchtung etwa 1,95 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr benötigt. Bis zu 60 Prozent dieses Strombedarfs soll künftig eingespart werden. Zudem werden alle Laternen auf dem Gebiet der Kreisstadt in Zukunft die ganze Nacht leuchten – ab einer bestimmten Uhrzeit mit reduzierter Leistung. Außerdem falle für Wartung und Lagerung deutlich weniger Aufwand an. Die Gewährleistung für jede der neuen Lampen beträgt 50 000 Stunden, was etwa zwölf Jahren entspreche. Verantwortlich für den Austausch sind der technische Angestellte Frank Stutz und Fachbereichsleiter Martin Bode, die sich eng mit dem städtischen Klimaschutzbeauftragten Guido Spohr abstimmen. Kooperationspartner sind die Mitarbeiter der Stadtwerke und die Bad Hersfelder Firma Elektro Hess.


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